Josef Zeiner

Skontist. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1887    † 1944

 

Lebenslauf

Josef Zeiner wurde am 18.9.1887 in Zauberberg (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Skontist und Chauffeur. Josef Zeiner war Soldat im 1.  Weltkrieg. Von 1923-27 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich, dem republikanischen Schutzbund und der freien Gewerkschaft.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 11. 1. 1943 wurde Josef Zeiner verhaftet und am 8. 3. 1944 gemeinsam mit Bernhard Kratochvil, Johann Pegrisch und Franz Malik (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 10.5.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Im Sommer 1939 übernahm er auf Veranlassung des Funktionärs Kohel (’Knopf‘) die Leitung einer kommunistischen Betriebszelle in seiner Arbeitsstätte, der Lederfabrik Gerhardus, zu der bereits sechs tschechische Lederarbeiter gehörten. Er warb für diese Betriebszelle noch den Schlossergehilfen Erhard als weiteres Mitglied und kassierte vom Herbst 1939 bis zum Herbst 1941 oder Frühjahr 1942 die monatlichen KPÖ-Beiträge seiner Betriebszellenmitglieder in Höhe von 6. – bis 8. – RM. Weiterhin erhielt er Beiträge von den Kommunisten Richard Eibel, Franz Eibel und Göth.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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